Ergotherapie mit Gestalttherapie in Oberursel

Ergotherapie in Verbindung mit Gestalttherapie

Winfried Kümmel hat eine sechsjährige Ausbildung in Gestalttherapie absolviert. Er hat die Erfahrung gemacht, dass sie die Ergotherapie ergänzt und bereichert.


Wieso heißt es "Gestalt"-Therapie?
Der Gestaltbegriff kommt aus dem deutschen Verb gestalten und meint das Formen eines sinnvollen Ganzen.

 

Über Gestalttherapie


In der Gestalttherapie wird der Mensch als Einheit aus Psyche, Körper und Geist aufgefasst.
Auch die Umwelt, in welcher der Mensch sich bewegt, wird als zusammenhängendes Ganzes gesehen.
Mensch und Umwelt befinden sich in einem ständig wechselnden Prozess.

In der Gestalttherapie wird die gegenwärtige Situation betont: was ist jetzt gerade da?
Diese Frage erfordert Bewusstheit.

Bewusstheit ist eine Funktion der Wahrnehmung - was spüre ich, denke ich, fühle ich jetzt gerade?
Bewusstheit kann nicht gedacht, sondern nur erlebt werden. Es braucht einen inneren Beobachter, der wahrnimmt, was auftaucht.
Bewusstheit ist immer subjektiv und nur im Hier-und-Jetzt möglich.

Der Erfinder, Fritz Perls, stellte fest, dass Bewusstheit an sich bereits heilsam sein kann. Bewusstheit wird als der entscheidende therapeutische Wirkfaktor für Veränderung und Wachstum angesehen.
Klienten und Patienten können etwas über sich selbst erfahren - und sich ernst nehmen.

In der Gestalttherapie geht es darum, Phänomene zu beschreiben, nicht zu erklären ("Phänomenologie").
Man achtet z.B. auf Haltung, Mimik, Sprechmodus etc.

Darüber hinaus basiert sie auf einem dialogischen Verständnis von Beziehung. Die Beteiligten haben Augenhöhe. Dadurch wirkt bereits die Beziehung in sich heilsam.

 

Achtsamkeit und Wertschätzung

Merkmale der dialogischen Beziehung sind:

 

Wertschätzung: Als Therapeut wertschätze ich das phänomenologische Erleben des Klienten/Patienten und nehme sie äußerlich wahr. Ich akzeptiere den Klient/Patient, wie er ist und bewerte ihn nicht. Präsenz: Als Therapeut verstecke ich mich nicht hinter meiner therapeutischen Maske, ich achte auf Anzeichen bei mir selbst, auf meine eigenen Gefühle, Gedanken, ob ich betroffen bin, ärgerlich, gelangweilt, freudig, neugierig,...... u.s.w.

 

Als Therapeut bin ich kontaktbereit und bemüht eine Beziehung herzustellen. Der Patient/Klient interessiert mich als Mensch, nicht als Schulter-Arm-Syndrom.

In der therapeutischen Beziehung lasse ich mich ganz auf den Menschen ein, seine Ansicht, seine Meinung ist wichtig, ganz besonders in Bezug auf die Therapie.

Ziel der Gestalttherapie ist es, dem Patienten zu "vollem Menschsein" zu verhelfen, seine Bewusstheit zu entwickeln, so dass er Verantwortung für seinen eigenen Heilungsprozess übernehmen kann.

Diese Elemente lassen sich effektiv als therapeutische Haltung in die ergotherapeutische Arbeit einbinden.
In mehrjähriger Arbeit konnten wir mit der Integration der Gestalttherapie in die Ergotherapie gute Erfolge erzielen.